Abluftanlagen für alle Klassenräume der Offenbacher Schulen

Schulischen Regelbetrieb durch preisgünstigen Abluftanlagen sicherstellen

Die Ofa-Fraktion, bestehend aus PIRATEN, Junges Offenbach und der PARTEI, fordert den unbürokratischen und schnellen Einbau von preisgünstigen Abluftanlagen in alle Klassenräume der Offenbacher Schulen und hat einen entsprechenden Antrag gestellt:

Zeichnung Abluftanlage: Thomas Klimach und Frank Helleis, Vorläufige Dokumentation Abluftanlage für Klassenräume, S. 22, 10. November 2020, https://www.mpg.de/16017324/dokumentation-lueftung-mpic.pdf

Die Kultusminister empfehlen einen „uneingeschränkten Regelbetrieb“ für die Zeit nach den Sommerferien. Für unsere Kinder ist das wichtig, denn sonst droht ihnen ein zweiter Winter voller Lernlücken. Andererseits steht uns die vierte Welle mit der Delta-Variante bevor, in der vor allem Kinder infiziert werden, weil sie noch nicht geimpft sind. Diese verbreiten das Virus dann an ungeimpfte Erwachsene und zu einem kleineren Teil werden sie auch selbst schwer krank.

Das Max-Planck-Institut für Chemie hat schon im letzten Herbst eine Anleitung veröffentlicht, nach der sich mit Materialien aus dem Baumarkt für etwa 200 Euro eine Lüftungsanlage bauen lässt. Diese ist im Gegensatz zu Anlagen, die kommerziell angeboten werden, im Preis viel günstiger, aber trotzdem sehr effizient, wie Messungen beweisen. Die günstigen Anlagen haben aber den Nachteil, dass sie nicht amtlich zertifiziert sind.

Dr. Annette Schaper-Herget (PIRATEN) kommentiert: „Der Nachteil, dass die selbst gebauten Anlagen nicht zertifiziert sind, schadet unseren Kindern nicht. Wir sollten ihn in Kauf nehmen, denn solche Anlagen reduzieren die Ansteckungswahrscheinlichkeit. Zuviel Bürokratie verhindert, dass überhaupt etwas passiert.“

Maximilian Winter (Junges Offenbach) ergänzt: „Als zusätzliche pädagogische Maßnahme könnten Lehrer:innen mit Klassen projektmäßig beteiligt werden, wenn dieses in das Unterrichtskonzept passt, z. B. in den Physikunterricht. Auch motivierte Eltern könnten eingeladen werden zu helfen. Der Zeitpunkt ist jetzt günstig, weil die Arbeiten in den Sommerferien durchgeführt werden können und mit Beginn des neuen Schuljahrs abgeschlossen sein könnten.“

Weitere Informationen:

Planungsstopp Waldhof West

Neubewertung des Masterplans Offenbach ist notwendig

Wir fordern einen Planungsstopp für das Baugebiet Waldhof West. Dazu hat die Fraktion mit den Fraktionen der Freien Wähler, der CDU und der Linken einen gemeinsamen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht: .

Helge Herget (PIRATEN) sagt:

„2015 wurde der Masterplan vorgestellt, in dem von einem weiteren Bevölkerungswachstum ausgegangen wird. Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen Jahren stärker gewachsen als prognostiziert, sodass eine Neubewertung der Lage notwendig ist. Auch bei der Wohnbebauung hat die Stadt ihre Planungen schon übererfüllt. Der Masterplan zeigt, dass sich die Realität nicht an Pläne hält. Ein solches Wachstum, das ja alle Erwartungen sprengt, ist nicht gut für unsere Stadt, die andererseits starken Restriktionen wegen der Siedlungsbeschränkung unterliegt.“

Julia Endres (Die PARTEI) ergänzt:

„Die Stadt bleibt nicht lebenswert, wenn die Hitze zwischen den Gebäuden steigt, Grün zwischen Häusern verschwindet, Naherholungsgebiete und naturbelassene Ökotope weiter reduziert werden. Das Gebiet Waldhof West ist eines der letzten intakten Ökosysteme in Offenbach. Man macht sich was vor, wenn man meint, dass man Restteile erhalten kann, denn auch wenn man kleine Reste stehen lässt, ändert sich ein Ökotop, wenn daneben gebaut und Fläche versiegelt wird. Ein Beispiel: Das symbiotische Biotop um das Wurzelwerk einer Eiche wird nicht mehr funktionieren, wenn sich direkt daneben Häuser und Straßen befinden. Dann nützt es auch nichts mehr, die Eiche stehen zu lassen, sie wird in einigen Jahren verkümmern.“

Dr. Annette Schaper-Herget (PIRATEN) sieht das genauso:

„Das Mikroklima ist wichtig für unser Wohlbefinden. Wir müssen Überwärmungsgebiete vermeiden. Es ist dringend notwendig, Kalt- und Frischluftentstehungsgebiete in Offenbach zu erhalten, dazu gehört auch das Gebiet in Waldhof West. Als Handlungsoptionen wird in der Klimafunktionskarte der Stadt Offenbach empfohlen, weitere bauliche Verdichtung möglichst zu vermeiden.“.

Maximilian Winter (Junges Offenbach) fügt hinzu:

„Die Umweltprobleme wie Erhitzung der Atmosphäre, das immer schnellere Artensterben, die Zerstörung der Biodiversität und viele mehr sind die Probleme der Zukunft, die wir unseren Kindern hinterlassen und die wir auch auf kommunaler Ebene nicht ignorieren dürfen. Aus diesem Grunde fordern wir vom Magistrat eine Neubewertung des Masterplans hinsichtlich der Themen Wohnen, Klima und Infrastruktur.“