Büdchen-Liebe: Kein Abriss des Kiosks am Starkenburgring!

Georg Diederichs
DIE PARTEI-Sympathisant und Büdchen-Fan

Von Georg Diederichs

Der Kiosk in der Nähe des Offenbacher Sana-Klinikums soll nach dem Willen übereifriger Stadtplaner abgerissen werden, da er nicht in deren Konzept einer neuen Parkgestaltung am Starkenburgring passt. Dagegen sollten wir uns gemeinsam zur Wehr setzen!

Zum einen steht der Kiosk unter Ensembleschutz und dürfte allein deshalb schon nicht abgerissen werden. Zum anderen handelt es sich um einen geschichtsträchtigen Ort, denn genau hier wurden 1972 Terroristen der RAF in einer spektakulären Aktion verhaftet. Im Volksmund ist deshalb auch vom „RAF-Kiosk“ die Rede. Zudem hat ein Offenbacher Historiker herausgefunden, dass das Büdchen im Zweiten Weltkrieg ausgebombten Offenbachern als Behelfsheim diente. Diese geschichtliche Bedeutung darf nicht einem Parkkonzept vom Reißbrett zum Opfer fallen.

Es gibt aber über das bereits Gesagte hinaus weitere gute Gründe für den Erhalt des Büdchens: denn wir sollten grundsätzlich alles dafür tun, dass Kioske, Wasserhäuschen, Büdchen etc. als Orte der Begegnung und der Kommunikation erhalten bleiben. Sie bieten in der Regel einen barrierefreien Zugang und verbinden Menschen aller Generationen und sozialer Schichten. Zudem sind sie wichtige Faktoren eines funktionierenden Nahkaufs im Viertel. Mit ihrem vielfältigen Erscheinungsbild gehören sie auch zum architektonischen Erbe unserer Stadt. Und nicht zuletzt wirkt ihr Erhalt der fortschreitenden Gentrifizierung entgegen.

Das Traditions-Wasserhäuschen am Klinikum

Der Kiosk am Sana-Klinikum sollte deshalb unbedingt erhalten bleiben und in das neue Parkkonzept integriert werden. Zudem ist die Forderung nach seinem Erhalt auch Bestandteil eines generellen Eintretens für den Erhalt der Büdchen-, Wasserhäuschen- und Kiosk-Kultur in Offenbach und in der Region.

Zeitungsberichte zum Thema:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.